Mainzer Physik im Bundesexzellenzprogramm dabei.

Insgesamt waren bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft Antragsskizzen für 118 Graduiertenschulen eingegangen; 44 Anträge sind jetzt in die engere Wahl gekommen, darunter die Graduiertenschulen „Precision at the femto scale: the key to new physics (FEMTO)“, „Graduate School of Cultural and Social Studies“ und „Material Science in Mainz (MAINZ)“.

Präzision auf der Femtoskala: der Schlüssel zu neuer Physik

Die Graduiertenschule der Exzellenz „Precision at the Femto scale: the Key to New Physics (FEMTO)“ (Koordination: Prof. Dr. Lutz Köpke, Prof. Dr. Hartmut Wittig) bietet ein einzigartiges Studienprogramm für Doktoranden in den traditionell besonders starken Forschungsgebieten an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz an. Der Name FEMTO leitet sich aus der typischen Längeneinheit subnuklearer Phänomene her (1 Femtometer = 10-15 m) und symbolisiert die Bedeutung fundamentaler Kräfte für das Verständnis der Phänomene von den kleinsten Abständen hin zu kosmologischen Distanzen. Das Promotionsstudium ist eingebettet in Projekte zur Erforschung der fundamentalen Fragen, die das Universum, die Struktur der Materie und die fundamentalen Kräfte betreffen und gemeinsam in den Forschungsfeldern Kern- und Elementarteilchenphysik, sowie Atomphysik und Kernchemie, bearbeitet werden. Das Ziel ist die Erforschung der fundamentalen Kräfte von den niedrigsten zu den höchsten Energien, durch komplementäre experimentelle Methoden. Diese umfassen sowohl Experimente an Hochenergiebeschleunigern als auch Messungen an ultrakalten Neutronen oder Atomfallen. Die experimentellen Arbeiten sind eng mit entsprechender Forschung in der theoretischen Physik und Mathematik verbunden.

Materialwissenschaften in Mainz
(http://www.mainz.uni-mainz.de)

Die Graduiertenschule „Material Science in Mainz (MAINZ)“ (Koordination: Prof. Dr. Claudia Felser) war in der ersten Auswahlrunde des Wettbewerbs nur knapp gescheitert und hat sich nun in der zweiten Runde erneut qualifiziert. Im Mittelpunkt dieses Exzellenzzentrums steht das Design neuer funktionaler Materialien, Materialien mit neuen Eigenschaften wie es beispielsweise auch Supraleiter sind. Von den kleinsten Bausteinen der Materie bis zu den angewandten Materialien, von der grundlegenden Theorie zur praktischen Entwicklung, von der modernen Atomphysik zur Chemie: hochqualifizierte Nachwuchsforscher aus dem In- und Ausland werden hier die Möglichkeit haben, mit einem breit gefassten, interdisziplinären Ansatz zu forschen und zu promovieren. Wissenschaftliches Ziel der Graduiertenschule ist es, Theorien aufzustellen, die die Entwicklung neuer funktionaler Materialien möglich machen. Die Grundlage dafür ist das Verständnis, wie komplexe Materie funktioniert. Durch den interdisziplinären Ansatz und die wissenschaftliche Kooperation insbesondere auch mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung wird erwartet, dass sich auf dem Gebiet der Materialwissenschaften neue zukunftsweisende Forschungsansätze und –felder eröffnen.